Ferdinand Gehr
Mit der freundlichen Erlaubnis von Franziska Gehr und der Ferdinand-Gehr-Stiftung möchte ich kurz das Leben des wohl berühmtesten ehemaligen Niederglättlers vorstellen. Die nachfolgenden Informationen stammen aus dem wunderschönen Bildband „Ferdinand Gehr 1896-1996“ erschienen im Offizin Verlag Zürich, sowie der Homepage der Ferdinand-Gehr-Stiftung.
Januar 2007, Vreni Stämpfli
Aus dem Leben von Ferdinand Gehr

Ferdinand Gehr wurde 1896 in Niederglatt als Sohn eines Handstickers geboren. Zusammen mit seinen Schwestern Josefina und Rosa verbrachte er die Kindheit und Jugendjahre im Wilen. Er liess sich als Stickereizeichner ausbilden und arbeitete nachher bis 1918 als Vergrösserer von Textilentwürfen in einem Stickereigeschäft in Flawil.
Die Nolde-Ausstellung 1922 im Kunstmuseum St. Gallen hinterliess bei ihm einen starken Eindruck. Die Wintermonate 1922/23 verbrachte er als nunmehr freier Malschüler in Florenz und den darauffolgenden Winter in Paris bei André Lhote. Die französische moderne Kunst hat ihm die entscheidenden Eindrücke gebracht. In seinem eigenen Atelier in Niederglatt hat er dann versucht, einen selbständigen Weg in die Malerei zu finden.
Nach der Heirat mit Mathilde Mazenauer 1938 übersiedelte er nach Altstätten. Der Ehe entspriessen 5 Kinder. Seine Frau Mathilde Gehr schafft ihrem Mann bis zu ihrem Tod (1986) beste Voraussetzungen für seine künstlerische Tätigkeiten.
Erst nach dem Krieg wurde Ferdinand Gehr einem grösseren Kreis von Kunstinteressierten bekannt. 1950 - 1960 wird die Erneuerung der sakralen Kunst zu einem grossen Anliegen. Die Aufträge für Glasfenster und Wandbilder in Kirchen nehmen zu. Zum 60. Geburtstag im Jahr 1956 findet die erste Gesamtausstellung im Kunstmuseum in St. Gallen mit grossem Erfolg statt.
Das Schaffen des Künstlers Ferdinand Gehr zählt zu den herausragenden künstlerischen Leistungen in der Schweiz und machte ihn hierzulande unbestritten zum bedeutendsten sakralen Maler des 20. Jahrhunderts.
Ferdinand Gehr stirbt am 10. Juli 1996 in seinem Heim in Altstätten.
Weitere Informationen zum Lebenswerk des Künstlers sind auf der Homepage der Ferdinand-Gehr-Stiftung zu finden.
Deckengemälde

Auch in unserer Kirche St. Felix und Regula in Niederglatt war Ferdinand Gehr aktiv. So erhielt er während der letzten grösseren Innenrenovation im Jahr 1934 den Auftrag für die Deckenmalerei.
Wandmalerei am Schulhaus

Wandbild am Primarschulhaus in Niederglatt, erschaffen im Jahr 1954.





